Der Anaphylaktische Schock – Symptome und Hilfe im Notfall

Allergischer Schock – Allergieschock

Das Wort Anaphylaxie kommt aus dem Griechischen und bedeutet: allergische Reaktion

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergische Reaktion, eine akute, krankhafte Überreaktion des Immunsystems auf äußere Reize, die den gesamten Körper betrifft und sogar zum Tod führen kann.

Der Körper wird von Histamin gewissermassen geflutet. Dies löst eine Kettenreaktion aus.

Auslöser sind Allergene. Dadurch wird Histamin, das für alle allergischen Reaktionen verantwortlich ist, in so großer Menge freigesetzt, das es zu einem Schock kommt: plötzlich erweitern sich die Blutgefässe, was zur Folge hat, daß der Blutdruck extrem sinkt. Dies kann im schlimmsten Fall ein lebensbedrohliches Versagen des Herz-Kreislauf-Systems zur Folge haben.

Zusätzlich verlieren die Gefäße durch den Allergischen Schock Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus (Ödeme).

Bei Asthmatikern ruft das Histamin ein Verkrampfen der Atemwege hervor (Atemnot).

Symptome bei einem Allergieschock

frühe Symptome:
– Hautreaktionen, -ausschlag, Quaddeln
– kribbelnde Hände und Fußsohlen
– Heiserkeit/Kratzen im Hals/Schluckbeschwerden
– Hitzegefühl
– Anschwellen der Schleimhäute (Hals, Nase, Rachen)
– Schwellungen am Körper
– Ödeme z.B. an den Augen
– Juckreiz
– Jucken/Brennen im Mund
– Kopfschmerzen
– Atemnot (bei Asthma)
– Gefühle wie Angst, Panik, Beklemmung, Unruhe
– schneller oder langsamer Puls
– Krämpfe
Symptome:
– Weitstellung der Blutgefäße => Blutdruckabfall
– allgemeine Schwäche (man kann sich nicht mehr auf den Beinen halten)
– Übelkeit und Erbrechen
– Störungen von Organfunktionen
– Bewusstseinstrübung
– Kreislaufschock, Organversagen
d.h. wenn das Herz-Kreislauf-System durch den Schock komplett zusammenbricht
– Atemnot (bei Asthmatikern), Bronchien verkrampfen sich,…
und im schlimmsten Fall
– tödliches Kreislaufversagen,
– Bewusstlosigkeit
– Harn- und Stuhlabgang
– und weiteres…

Hinweis: Die Symptome treten nicht alle und auch nicht alle gemeinsam auf.

Wann treten die Symptome auf?
Der Anaphylaktische Schock tritt normalerweise innerhalb von wenigen Minuten bis zu 30 Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, nur in selteneren Fällen noch später.

mögliche Auslöser des Allergischen Schocks:
– Insektengifte
– Nahrungsmittel
– Medikamente/Infusionen
– eine Hyposensibilisierung
– Latex

Ein Allergieschock kann im Allgemeinen durch jedes Allergen verursacht werden. Häufig sind bestimmte Lebensmittel Schuld, allen voran Erdnüsse und andere Nüsse, Sellerie, Hühnerei, Milch, Fisch und Meeresfrüchte. Bei den Medikamenten ist es häufig Penicillin, das Probleme bereitet, sowie Rheuma-Medikamente und. Röntgen-Kontrastmittel. Bei den Insektenstichen führen die von Biene, Wespe und Hornisse am häufigsten zum Allergieschock.

Allergieschock – Wer ist gefährdet?

Besondere Risikogruppen für einen Allergischen Schock sind Asthmatiker mit zusätzlicher Lebensmittelallergie sowie auch Neurodermitis, allgemein Allergiker und auch Menschen, die an einer Unverträglichkeit leiden, wie z.B. Laktose oder Fructoseintoleranz. Diese Betroffenen achten jedoch im Allgemeinen schon recht gut auf Ihre Ernährung und wissen was sie vertragen. Allerdings kann eine Allergie oder Unverträglichkeit jederzeit plötzlich neu auftreten, auch wenn man bisher noch gar keine Allergien hatte, deshalb ist prinzipiell jeder gefährdet.

Es gibt spezielle Notfallsets , die im Falle eines anaphylaktischen Schocks Leben retten können. Diese enthalten Antihistaminika, Cortison und Adrenalin, so daß man ein Versagen des Kreislaufs erstmal verhindern kann und genügend Zeit bleibt, bis der Notarzt kommt.

Was soll man bei einem Allergieschock machen?

Ohne ärztliche Hilfe kann ein anaphylaktischer Schock tödlich enden, also muss der Patient sofort zum Arzt oder besser ins Krankenhaus!

Notruf: 112

Am besten die Notruf anrufen und nicht selbst in die Klinik fahren, wodurch wertvolle Zeit verloren geht.

Erste Hilfe – Allergischer Schock: Was tun, bis der Arzt kommt?
– Hinlegen und Beine hoch legen, damit Gehirn und die lebenswichtigen Organe ausreichend durchblutet werden (Schocklage)
– warm halten
– den Auslöser entfernen, falls vorhanden (Stachel beim Stich entfernen, Kosmetikartikel bei Hautreaktionen abwaschen,…)
– Notfallmedikamente benutzen, wenn vorhanden (bei Asthma Notfallspray benutzen)!
– den Betroffenen nicht alleine lassen

Der Arzt spritzt dann je nach Stärke der Symptome oft Adrenalin, welches als Stresshormon sofort auf Herz und Kreislauf wirkt. Es erleichtert die Atmung und die Blutgefässe verengen sich schnell wieder, so daß der Blutdruck steigt und die Herz-Kreislauf-Funktionen sich wieder langsam normalisieren können. Auch geschwollene Schleimhäute schwellen wieder ab.
Asthmatiker bekommen wenn nötig Sauerstoff.

In den meisten Fällen wird eine Infusion gelegt, um den Flüssigkeitshaushalt in den Zellen wieder zu erhöhen und damit den Blutdruck weiter zu stabilisieren.

Gegen die Entzündungsreaktion des Körpers wird ggf. Cortison gegeben oder gespritzt.

Im weiteren Verlauf der Behandlung werden je nach Bedarf noch Antihistaminika und weitere Medikamente gegeben.

Sobald die allergische Reaktion durch die genannten Mittel gestoppt wurde, klingen die Symptome relativ schnell ab. Der Betroffene sollte zur Sicherheit 24 Stunden lang ärztlich überwacht werden, falls es zu einer seltenen Spätreaktion kommt.

Wie kann ich einem (weiteren) Anaphylaktischen Schock vorbeugen?

– Die wichtigste Regel: Vermeiden Sie den Kontakt mit dem Allergen völlig!

– Wenn Ihnen der Auslöser noch gar nicht bekannt ist, lassen Sie unbedingt einen Allergietest machen. Vor allem nach einem Allergischen Schock sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt herausfinden, wogegen Ihr Körper allergisch reagiert hat.

– Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein Notfallset, das speziell auf sie angepasst wird. Wenn Sie gefährdet sind oder schon mal einen Allergieschock erlitten haben, sollten Sie es stets bei sich führen. Enthalten sind Antihistaminika und Cortison (am besten flüssig, da im Notfall leichter zu schlucken) sowie ein Adrenalin-Injektor, den man aber erst einer speziellen Schulung selbst anwenden darf. Für Asthmatiker kommen noch Asthmamittel mit hinein, vor allem ein Spray, das im Notfall schnell die Atemwege frei macht.
Empfehlenswert ist ein Allergie-Notfallset, wenn Sie besonders heftig auf Allergene reagieren und bei bestimmten Allergien, z.B. gegen Insektengift, Medikamente oder Lebensmittel (z.B. Erdnussallergie).

– Wenn möglich, machen Sie eine Therapie: Wenn eine Pollenallergie (Heuschnupfen) oder eine Insektengiftallergie besteht, können Sie Ihr Immunsystem mit einer Hyposensibilisierung, auch bekannt als Desensibilisierung, an das Allergen gewöhnen und so zukünftige allergische Reaktionen verhindern. Die Erfolgsquote einer solchen Behandlung soll bei Insektengiften bei 90% liegen, bei Blütenpollen deutlich niedriger.

19. Juli 2018
Kategorien: ∞ NEURODERMITIS, Allergien, Antihistaminika, Histamin, Histaminintoleranz |

Kommentare (3)

  1. Hallo,
    bin durch Zufall hier gelandet und finde deine Seite sehr interessant. Ich selber leide auch seit Jahren unter immer mehr Allergien und werde dich hier sehr gern wieder besuchen.

    LG Mara

  2. @Mara,
    späte Antwort, aber immerhin: Freut mich, daß es Dir hier gefällt. Gerne kannst Du auch zu den Blogeinträgen immer Deine Meinung, Kommentare, Tipps etc. abgeben!
    Das gilt natürlich für alle 😀
    Ich freue mich.

  3. HIT: ist das nicht die HEparin induzierte Thrombozytopenie? HAt das was mit Histamin in Lebensmitteln zu tun? Oder verstehe ich hier was falsch. So wie ich das verstanden habe tritt das gelegentlich als Nebenwirkung/Komplikation auf bei Patienten die z.B. postoperativ Heparin zur Blutverdünnung bekommen.

    Grüße
    Alex