Egal, welche Art von Kunst man
selbst ausübt, ob man Skulpturen schlägt
oder Aquarelle malt,
ob man ein Porträt oder
auch Cartoons zeichnet – immer
wird man mit sich selbst konfrontiert und begibt sich mit dem ersten Pinselstrich,
mit dem ersten Hammerschlag, auf eine Reise, sich und auch seine Umwelt
neu zu entdecken.
Diese Entdeckungsreise zu unternehmen ist der Motor von vielen Künstlern – dieser
Motor heißt Pioniergeist, der auch die Entdecker und Erfinder antreibt.
Wenig romantisch ist, was man zuallererst entdeckt: Die alte Weisheit, dass aller
Anfang schwer ist, denn man kann gewöhnlich nicht auf Anhieb, was man sich
erträumt – man muss es sich erkämpfen.
Anders gesagt setzt man sich immer und immer wieder mit dem eigenen Scheitern
auseinander und lernt mit ständigem Üben nicht nur die Striche an die
richtige Stelle zu setzen oder der Form die richtige Wölbung zu verleihen,
man lernt auch, relativ unbeirrt ein Ziel verfolgen zu müssen, während
man zwischen Verzweiflung und Verzückung pendelt.
Das ist nicht wenig, was dort in einem selbst wächst, während der Strich
sicherer wird und das Können treuer. Es wächst Vertrauen in die eigene
Fähigkeit, dass sich nach und nach zu einem Grundvertrauen, Dinge wirklich
schaffen zu können, zusammen fügt.
So rüstet man sich also vor der Reise mit der Kraft, nicht aufzugeben und
Rückschläge zu verdauen – mit der Kraft, Vertrauen zu bewahren
und neue Anfänge zu wagen.
Die Reise kann beginnen.
Der Bildhauer legt seinen Batzen Ton auf seine Werkbank und plant vielleicht
einen Porträtkopf zu modellieren. Er bemerkt, dass selbst eine Form, die
man so gut zu kennen glaubt, wie den Kopf eines Mitmenschen, plastisch nur äußerst
schwer darzustellen ist. Es braucht lange, bis er aus dem immer wieder zu flachen
Gesicht die Wölbungen erhöht, die das Gesicht wirklich ausdrucksstark
machen. In dieser Phase beginnt er seine Mitmenschen auf eine neue Art zu beobachten,
entdeckt die Höhlen der Augen und den sanften Schwung der Wangenknochen,
den Verlauf der Form des Halses wie er in den Kopf übergeht und schließlich
all die Mimiken, die die Gefühle ausdrücken und die Linien, die schon
ausgedrückte Gefühle in das Gesicht gefroren haben.
Und all die Gefühle, die der Bildhauer dem Porträt ins Gesicht modelliert,
werden auch in ihm selbst zum Klingen gebracht.
Der Maler spannt seine Leinwand in seine Staffelei und will vielleicht die Umgebung,
die er in der Ferne sieht, auf die weiße Fläche des Bildträgers
vor sich bannen. Er zeichnet grob die ersten Linien und zieht sie etwas dramatischer
in ihren Verläufen, so dass sie eine größere Spannung erhalten.
Durch die vielen Gemälde hat er ein Gespür für die Formen auf
seinen Bildern bekommen.
Dann versucht er das Spiel des Lichtes einzufangen, helle gegen dunkle Flächen
zu setzen und in jeder kleinen Nuance die Farbigkeit zu erkennen.
Die Landschaft vor seinen Augen beginnt sich in eine riesige Palette tausender
Farben aufzuspalten, in der Grün nicht einfach mehr grün, blau nicht
einfach mehr blau ist.
Eine ganz neue Bewusstheit beginnt seine Sinne zu schärfen und legt sich
schließlich mit immer neuer Eleganz auf seine Leinwand. Wie der Bildhauer
macht der Maler eine Reise durch sein eigenes Gefühl, dass er in dem Motiv
mit zum Ausdruck bringt und entdeckt mit jeder Vertiefung in sein Metier eine
ungeahnte Fülle, die sich vor seinen Augen immer mehr entfaltet.
Die Künstler machen mit ihren Werken eine Reise in eine Innenwelt, in der
sie den ganzen Reichtum der Möglichkeiten des Ausdruckes erobern und durch
die neue Art des Schauens auch in der äußeren Welt immer neue Landschaften
entdecken.
Wer also gerne reist, sollte sich einen Pinsel kaufen.
Kleine Künstlerbiographie:
Der Bildhauer und Maler Frank Speth
Vielseitigkeit ist auch eine Kunst - Der Steinbildhauer Frank Speth mochte
sich nie auf eine Stilrichtung festlegen. Ihn interessiert das Schaffen an sich.
Seine Skulpturen und Bilder hat er in vielen Galerien im meist im norddeutschen
Raum ausgestellt.
Sein Aquarellporträt von Angela Merkel wurde vor der letzten Bundestagswahl
als Titelseite des renommierten Politmagazins "Cicero" gedruckt.
In ihrer Künstlerbiographie über Frank Speth bezeichnet "Cicero" sein
Werk "als neo-impressionistisch, angetrieben durch die altmodische Magie der
Schönheit".
Neben der Arbeit an Skulpturen und Gemälden zeichnet er auch Cartoons und
Karikaturen und stellt kurze Geschichten im Netz aus.
Autor: Frank Speth
Email: Sam.Frank(ät)Web.de
Im Web:
www.kunstsam.de
rechts im Bild:
Der Künstler Frank Speth
beim Gestalten einer Skulptur |
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Landschaftsaquarell

Portrait "Cora"

Skulptur "Das ewige Eis"

Skulptur "Geburt"

Plastik-Portrait "Die Liebende"
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